Out of Control

Out of Control

Das österreichische Bundesheer publiziert einen Spot mit, nun ja, sagen wir mal: nachhaltiger Wirkung.

Und bringt damit ein wunderbares Beispiel für virales Marketing.

Diese Form des Marketings funktioniert in etwa derart, dass man ein Info-Medium, wie z. B. einen TV-Spot im Internet publiziert. Einerseits natürlich auf der eigenen Homepage, aber auch auf diversen Plattformen, wie YouTube, Facebook, Twitter etc.

Diese Plattformen bieten die ideale Basis einer starken Verbreitung: wie ein Virus wird der Spot von einem User zum anderen weiter empfohlen, oft mit Kommentaren versehen.

Allerdings ist es beim viralen Marketing so ähnlich wie bei einer tatsächlichen Virus-Infektion: die Verbreitung ist, einmal losgetreten, nicht mehr steuerbar – und lässt sich auch durch nichts aufhalten.

Im speziellen Fall hat den Spot eine öffentliche Institution in die Welt (auf die eigene Homepage) gesetzt. Nicht sehr lange, aber das hat gereicht. Trotz relativer rascher Reaktion des Verteidigungsministeriums war der Schaden bereits geschehn und der Video-Virus in Form eines mehr als peinlichen Werbespots sprengte alle bisher dagewesenen Downloadrekorde. Mehr als 400.000 Mal wurde er innerhalb von 24 Stunden heruntergeladen - ein neuer Rekord! Selbst anerkannte Medienexperten sind darüber erstaunt und fasziniert.

Unser Bundesheer hat somit zwar nicht unbedingt etwas für eine Aufwertung seines Images in der Öffentlichkeit getan – aber dafür gezeigt, wie effizient und (werbe)wirksam Medien-Kommunikation im Zeitalter von Web 2.0 ist. Wenn es auch im speziellen Fall zufällig, ungeplant und nicht den usprünglichen Werbeziele entsprechend passiert ist.

Und es muss auch gesagt werden, dass dieses tolle (?) Ergebnis mit einem guten und vor allem professionell gestalteten Spot nicht so rasch erreicht hätte werden können. Aber dafür würde dann auch nicht die ganze Welt über unser die Marketingstrategie unseres Heeres lachen.

Ich will hier nicht den Inhalt des Spots kommentieren – das haben sehr viele andere bereits getan, inkl. dem Verteidigungsministerium, dem die Sache zu recht mehr als peinlich ist.

Ich will das Augenmerk auf diese, v. a. von Institutionen aber auch den meisten Firmen höchst unterschätzte Marketingmöglichkeit hinweisen.
Die Optionen, die Web 2.0 im Bereich Werbung und Marketing bietet, sind besonders für kleine Budgets ideal.

Und wer noch keine Gelegenheit hatte das Video zu sehen: hier ist der Link direkt zum Spot.