Tote Pferde
Ein Sprichwort der Dakota-Indianer sagt: “Wenn du ein totes Pferd reitest, dann steig ab.”
Ein Tipp, der sich für viele Bereiche einsetzen lässt. Und natürlich ganz besonders im Marketingbereich.
Die Werbung eines Produktes kann nur dann gut und erfolgreich sein, wenn auch das Produkt/die Dienstleistung gut und erfolgversprechend ist.
“Tote Pferde” – Produkte/Dienstleistungen die nicht ausgereift, technisch mangelhaft, im Einsatz zu kompliziert sind, oder für die es schlichtweg keinen Bedarf gibt, werden auch mittels bester Marketingstrategie die Konsumentenwelt nicht aus den Angeln heben und Umsatz erzielen.
“Aus einem kranken Arsch kommt kein gesunder Furz.”, sagt Amir Kassaei im Standardartikel (Lesenswert! – hier gehts zum ganzen Artikel). Eine harte Ansage, aber wahr.
“Ich kann nur so gut sein, wie mein Klient.”, erwähnt die renomierte Rechtsanwältin Mag.a Birgit Loha, anlässlich eines Vortrages zum Thema “Recht im E-Business”.
Zwei Aussagen, sehr unterschiedlich im Wording und auch zu unterschiedlichen Themen geäussert. Aber inhaltlich klar: tote Pferde reitet man nicht und kranke Pferde sollten erst gesund gepflegt werden, ehe sie wieder zum Einsatz kommen.
Kein Marketing, keine Werbung für seine Produkte und Dienstleistungen zu machen ist mindestens genauso falsch, wie Werbung für ein Angebot zu lancieren, das nicht gut oder nicht ausreichend durchdacht ist.
Der Schaden, der dadurch entsteht, betrifft das ganze Unternehmen und weitet sich auf alle anderen Angebote gleichermaßen aus. Und wie man auch weiß: negative Publicity ist etwas, das wesentlich länger haften bleibt, als positive Meldungen.
Was also tun?
- Punkt 1: “Willst du deinen Feind verstehen, gehe ein paar Meilen in seinen Schuhen.”
Auch ein indianisches Sprichwort.
Sondieren Sie die Marktlage: Wer bietet etwas ähnliches wie Sie an? Was sind die Vorteile, was ist gut gelungen? Und wo liegt Verbesserungspotential? Studieren Sie das Preis/Leistungsverhältnis und nutzen Sie diese Erkenntnisse bei der Entwicklung Ihres eigenen Angebotes.
Bedenken Sie aber auch: Kopieren ist etwas, das vor allem den Marktwert des kopierten Produktes steigert. Schließlich werden ja nur wirklich gute, ausgereifte Produkte kopiert.
Beobachten Sie den Markt und lernen Sie aus dem, was andere tun. Doch setzen Sie bei der Entwicklung Ihres Produktes auf eine eigene, unverwechselbare Identität. Sie müssen das Rad nicht neu erfinden, aber Sie können es einzigartig machen. - Punkt 1: “Drum prüfe, wer sich ewig bindet.”
Überlegen Sie genau, für wen Sie Ihr Angebot entwickeln und was der Nutzen für den Konsumenten ist.
Testen Sie Ihr Produkt (und lassen Sie es testen), bieten Sie eine neue Dienstleistung zuerst einer Gruppe von potentiellen Nutznießern (ev. kostenlos oder gegen geringes Entgelt) an und bitten Sie um konstruktives Feedback. Feilen Sie solange daran herum bis Sie wirklich und mit bestem Gewissen sagen können: Das passt und ist gut! - Punkt 3: “Lieber gemeinsam, statt einsam.”
Marketing und Produktentwicklung ist Chefsache. Übrigens auch die laufende Qualitätskontrolle und Überprüfung ob das, was Sie anbieten, noch dem entspricht, was gefragt wird.
Ein kluger Chef sucht sich zeitgerecht Unterstützung, speziell in Bereichen, die nicht der eigenen Kernkompetenz entsprechen.
“Unternehmensberatung” bedeutet, zielführende Beratung für das eigene Unternehmen einzuholen – bei einem Partner, der Sie in den Punkten strategisch unterstützt, in denen Sie ev. nicht so fit sind.
Und: Es ist ein Zeichen von Stärke, sich beizeiten Hilfe zu organisieren und diese auch anzunehmen. - Punkt 4: “Vorhande Ressourcen nutzen, alle Kräfte konsequent einsetzen.”
Als UnternehmerIn in Österreich sind Sie auch Mitglied der Wirtschaftskammer. Leider nutzen die wenigsten die Möglichkeiten und Leistungen, die die WKO ihren Mitgliedern bietet.Wenden Sie sich mit Ihren Fragen auch an diese Institution und nutzen Sie das Wissen und die Beratungen die Ihnen dort geboten werden. Informieren Sie sich über mögliche Förderungen (z. B. beim Unternehmerservice) und Vorträge, Workshops zu für Sie wichtigen Themen.
Nutzen Sie weiters Ihr Netzwerk und fragen Sie Ihre Bekannten und Partner.
Sie werden merken, dass Sie in unmittelbarer Umgebung einen Riesenpool an Erfahrung und Unterstützung zur Verfügung haben.Und sollte der oder die “Richtige” nun doch noch nicht dabei sein: informieren Sie Ihre Umgebung über Ihre Wünsche und bitten Sie, dass man diese weiterleitet. Nutzen Sie das “Small World”-Phänomen: jeder ist mit jedem auf der Welt über 5-8 Kontakte verbunden.
Zurückkommend auf das eingangs erwähnte Lakotazitat: ich glaube es war Terry Pratchet, der geniale Erfinder der Scheibenweltromane, der dieses ergänzt und erweitert hat. Seine Version: “Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, dann steig ab und iss es.”
Also dann: ab in den Stall und den Gesundheitszustand der versammelten Herde kontrollieren. Und in weiterer Folge: Hühott! – oder Mahlzeit … je nachdem

